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Eigenverantwortliches Arbeiten

Eigenverantwortliches Arbeiten wird am Gymnasium Trudering groß geschrieben.

 

Begründung findet es in der Überzeugung,

 

  • dass unsere Schule Kinder und Jugendliche ernst nehmen will, indem wir ihnen Verantwortung auch für den eigenen Lernweg übertragen und
  • dass durch Individualisierung von Lernangeboten Rücksicht auf unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten genommen werden kann.

 

Die besondere Architektur unserer Schule bevorzugt die Möglichkeiten des eigenverantwortlichen Arbeitens.

 


 

Konzept Freiarbeit

Konzept Lerninseln

Freies Arbeiten in der Unterstufe des Gymnasiums Trudering

(Stand: Dezember 2015 – in dauernder Entwicklung begriffen)


Warum freies Arbeiten?
•   Kinder arbeiten motivierter, wenn sie mitbestimmen dürfen, was sie lernen und wie sie es lernen.
•   Selbstbestimmtes Lernen sorgt für festere Verankerung des Gelernten im Gehirn.
•  Lehrkräfte können sich gezielt um schwächere Schüler kümmern, während starke Schülerinnen und Schüler selbsttätig arbeiten.
•  Die Lerninseln des Gymnasiums Trudering laden zum freien Arbeiten ein. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Arbeitsplatz, die Arbeitshaltung und die Sozialform relativ frei wählen.

Wie funktioniert das freie Arbeiten in der Unterstufe?
Neben der Inselarbeit, die jede Lehrkraft individuell in jeder Jahrgangsstufe im eigenen Fachunterricht bis in die Oberstufe einsetzt, gilt das Folgende für alle Klassen verpflichtend.
Jahrgangsstufe 5:
Mit „Izzy, dem Pinguin“ erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler den Grammatikstoff im Fach Deutsch relativ selbstständig. Dies bietet sich an, da die Kinder mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen ans Gymnasium Trudering kommen und es im normalen Grammatikunterricht häufig zu Über- oder Unterforderung kommt. In einem gewissen Rahmen bestimmen die Kinder sogar selbst, wann sie die Tests zu jeweils einem der fünf Themenbereiche absolvieren.
Im Rahmen der Inselarbeit im Fach Deutsch erlernen die Kinder Grundlagen des freien Arbeitens:
- Zeiteinteilung
- Arbeitsverhalten
- Mappenführung
- Selbstkorrektur
- Selbsteinschätzung




Jahrgangsstufe 6


Ziele
Die Schüler sollen befähigt werden, Arbeitsformen des selbstorganisierten Lernens eigenständig zu bewältigen,  sich selbst zu organisieren und zu korrigieren. In Jahrgangsstufe 5 wurden die Schüler durch das Programm Izzy im Fach Deutsch und durch Freiarbeitseinheiten in den Intensivierungsstunden im zweiten Halbjahr sowie durch eine intensive Nutzung der Lerninsel auf Freiarbeitsphasen vorbereitet. Die Ganztagsklassen hatten zudem in ihrer Lernzeit die Möglichkeit, das selbstorganisierte Lernen kennenzulernen.
Die Phasen der Freiarbeit sollen es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, nach ihrem eigenen Tempo an dem zur Verfügung gestellten Material zu arbeiten. Durch dieses individuelle Arbeitstempo und den unterschiedlichen Fokus auf Fächer und Lernstoff kommt es im Optimalfall automatisch zu einer Differenzierung zwischen den Schülerinnen und Schülern.

Organisation (betrifft nicht die Ganztagsklassen):
Um diese Entwicklung in der 6. Jahrgangsstufe fortzusetzen, haben wir eine horizontale Freiarbeits¬schiene in den Stundenplan eingebaut. Das Stundendeputat für diese Stunden wird aus einer Kombination aus zwei Intensivierungsstunden und Stunden aus den Kernfächern zusammengesetzt. Bei 4 benötigten Stunden (z.B. Montag bis Donnerstag) heißt das, dass 2 Intensivierungsstunden und pro Halbjahr 2 Stunden aus den Kernfächern (z.B. erstes Halbjahr: 1 Stunde Englisch/ 1 Stunde Mathe; zweites Halbjahr 1 Stunde Französisch/ 1 Stunde Deutsch) in diese Schiene einfließen.
Die Herausgabe der aktuellen Arbeitspläne übernehmen die Kernfachlehrer. Die Aufsicht sowie Coachingaufgaben übernehmen die Lehrer, in deren Stunden die Freiarbeit stattfindet. In den meisten Freiarbeitsstunden steht in der Insel ein weiteres Klassenzimmer zur Verfügung, sodass die Einrichtung eines Einzel- und Gruppenarbeitszimmers möglich ist. Am Mittwoch wird eine zusätzliche Aufsicht eingeteilt. Immer wenn zwei Klassen gleichzeitig an ihren Lernplänen arbeiten, stehen somit mindestens drei Lehrkräfte zur Verfügung.
Die aufsichtführenden Lehrkräfte überprüfen, wie sorgsam die Schüler und Schülerinnen die Aufgaben erledigen, helfen bei Problemen, geben Feedback und können nach Bedarf klassenübergreifende Zusatzförderung (z.B. Lernen lernen, Wiederholung des Schulaufgabenstoffes in einem Fach, …) anbieten. Der Arbeitsfortschritt wird jedoch hauptverantwortlich vom Fachlehrer überprüft. Dieser gibt auch Rückmeldung an die Schülerinnen und Schüler über die Qualität des Arbeitens und der Korrekturen.
Das Material, mit dem die Schüler und Schülerinnen arbeiten, kommt aus dem Freiarbeitsfundus der letztjährigen Jahrgangsstufe 6. Es wird von den Lehrkräften ergänzt und erweitert. Die Fachlehrer geben die Fahrpläne nicht für ein ganzes Jahr, sondern für kürzere Einheiten (z. B. 1-5 Wochen) aus und die Schüler arbeiten in dieser Zeit ausschließlich an den Lernplänen der Kernfächer. In diese Lernpläne sind gegebenenfalls auch Hinweise auf anstehende Tests (eventuell auch Schulaufgaben) eingearbeitet, die speziell auf die Freiarbeitsphasen abgestimmt sind. Die Nebenfachlehrer können das Freiarbeitsmaterial in ihrem Fach für Inselarbeitsphasen nutzen oder in den Unterricht integrieren. Auch Arbeitsaufträge bei Unterrichtsausfall können aus dem vorhandenen Material generiert werden. Wenn eine Nebenfachlehrkraft eine absehbare Abwesenheit planen will oder wenn sie eine intensivere Freiarbeitsphase in ihrem Fach einbauen will, kann sie nach Absprache mit den Kernfachlehrern ihre Stunden in den Freiarbeitspool geben. In allen Stunden innerhalb der Freiarbeitsschiene können die Schülerinnen und Schüler frei entscheiden, für welches Fach sie arbeiten wollen.
Die ersten Freiarbeitsstunden dienten der Hinführung zum Material und zum selbstorgansierten Arbeiten.
Die Eltern wurden am ersten Elternabend des Schuljahres über den Ablauf dieser Stunden informiert. Die Schüler benötigen für diese Phasen einen Freiarbeitsordner, Kopfhörer und einen wasserlöslichen Folienstift, sowie einen grünen Stift zum Korrigieren der Aufgaben.  
Eventuell können einzelne Arbeitsblätter im virtuellen Klassenzimmer auf MEBIS hochgeladen werden, sodass Schüler im Krankheitsfall auch von zu Hause aus arbeiten können. Der Kernfachlehrer entscheidet über den Umgang mit unvollständigen Aufgaben und kann, wenn ein Schüler durch eigenes Verschulden die Arbeitsaufträge nicht sauber erledigt hat, verlangen, dass die Aufgaben zu Hause erledigt werden müssen. Die Kinder dürfen ihre Freiarbeitsordner in den Ferien oder am Wochenende mit nach Hause nehmen, sodass dann auch die Eltern einen Einblick in das Arbeitsverhalten, die erlangten Kompetenzen und den Lernfortschritt des Kindes bekommen. Direktes Feedback von Lehrern in den Ordnern ist daher hilfreich. Daher sollten die Ordner grundsätzlich in der Schule sein. Auch wenn kurzfristig Vertretungsstunden anfallen, kann die Zeit dann sinnvoll in der Freiarbeit genutzt werden.




Jahrgangsstufe 7
Inhaltlich und von den Zielen her ist das Konzept der Jahrgangsstufe 7 mit dem der Jahrgangsstufe 6 identisch. Da es in der 7. Jahrgangsstufe jedoch zurzeit keine verpflichtenden Intensivierungsstunden gibt, ist der zeitliche Ablauf angepasst.

Zeit:
Die Schülerinnen und Schüler haben insgesamt 120 Minuten Freiarbeit in der Woche:
Die Kernfächer Deutsch, Englisch, Französisch / Latein und Mathematik geben 30 min wöchentlich in die Freiarbeitszeit, die fest im Stundenplan verankert ist und nur in Ausnahmefällen verschoben werden darf.
Die Klassenleiter der Halbtagsklassen setzen sich zu Beginn des Schuljahres mit den Stundenplänen der Klasse zusammen und bestimmen, welche Stunden betroffen sind. Wo es möglich ist, werden jeweils 30 min vor der Pause kombiniert mit 30 min nach der Pause genommen, sodass 60 min Freiarbeit entstehen. Aus biorhythmischen Gründen soll die Freiarbeit nicht in der 1. und nicht in der 6. Stunde liegen. Danach steht der Termin – zumindest bis zum Halbjahr – fest und wird den Schülerinnen und Schülern auch so mitgeteilt. Die Freiarbeitszeit wird entweder dem eigenen Unterricht vorangestellt oder an ihn angeknüpft. Eine Stundenplanänderung ist hierfür nicht erforderlich.

Lernpläne:
Die Lehrkräfte des jeweiligen Kernfachs geben den Schülerinnen und Schülern Arbeitspläne, die sich über eine, aber auch über vier Wochen hinziehen können. Die Kontrolle des Lernplans obliegt den jeweiligen Lehrkräften.

Material:
Jede Lehrkraft ist selbst zuständig, welche Materialien sie bearbeiten lässt. Natürlich ist es sinnvoll, Aufgaben aus den Lehrbüchern mit anderen Materialien zu kombinieren. Alle Materialien müssen den Schülerinnen und Schülern zugänglich sein, entweder in einem Schrank, im Teamraum oder als ausgeteilte Arbeitsblätter. Es gibt auch einen Metakurs in mebis, in den Lehrkräfte, die wollen, Materialien einstellen können.

Ablauf:
Die 30 Minuten werden durch die Lehrkraft angeleitet, die als Beraterin für Fragen zur Verfügung steht. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig an ihren Lernplänen in jeweils den Fächern, die sie wollen und für die sie das Material dabeihaben. Diese Zeit kann und soll von der Lehrkraft auch für eine intensivere Betreuung schwacher Schülerinnen und Schüler verwendet werden, die dann z.B. einen Themenkomplex aus dem Unterricht noch genauer erklärt bekommen.


Anna von Chossy, Sandra Sohnius