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Mehr Lesen - Mehr Verstehen

Jahrgangsstufen- und fächerübergreifendes Projekt

Seit dem Schuljahr 2007/2008 wird das Konzept „Mehr lesen – mehr verstehen!“ an einigen Schulen in Bayern umgesetzt.
Dieses Konzept geht davon aus, dass Lesekompetenz die Grundlage für effektives Lernen und den erfolgreichen Besuch einer höheren Schule ist. Leseförderung zur Erlangung von Lesekompetenz wirkt nur dann nachhaltig, wenn sie als Aufgabe aller Fächer verstanden wird und neben belletristischen Werken auch Sachbücher miteinbezieht. Viele europäische und außereuropäische Länder haben bereits seit Jahrzehnten gute Erfahrungen mit Leseförderungskonzepten dieser Art („Book of the week“ o.ä.).
Schwerpunkt des Konzepts bildet das in die Breite gehende, extensive Lesen. Bei dieser primär quantitativ angelegten Leseförderung sind die Fachlehrkräfte Impulsgeber, Berater und Begleiter. Das Lesen findet in der Regel zu Hause und nur auf Wunsch der Lehrkraft in der Schule statt. Meist werden einige Stunden im Unterricht für die Gestaltung, Ausarbeitung und eine kurze Rückmeldung an die Lehrer bereitgestellt.

Das Gymnasium Trudering hat das Konzept eingeführt, da einige Kollegen bereits in "Vorgängerschulen" damit positive Erfahrungen gemacht haben.
Konkret bedeutet das für die Schüler und Lehrer: Neben den im Lehrplan festgelegten Lektüren sind von den Schülern der Jahrgangsstufen 5-7 im Fach Deutsch pro Schuljahr zwei weitere Ganzschriften nach individueller Wahl zu lesen. Darüber hinaus sollen die Schüler in drei weiteren Fächern ihrer Jahrgangsstufe im Verlauf des Schuljahres je eine Ganzschrift, die entweder von der Fachlehrkraft festgelegt oder aus einer Liste ausgewählt wird, verpflichtend lesen.

Diese Aufteilung wird derzeit am Gymnasium Trudering praktiziert:

  • Jahrgangsstufe 5: Mathematik, Geographie, Sport
  • Jahrgangsstufe 6: Religion / Ethik, NuT (Biologie), Geschichte
  • Jahrgangsstufe 7: NuT (Physik), Kunst, Musik


Das Projekt wird vor den Herbstferien vorgestellt, damit die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, sich die Bücher in der Bibliothek anzusehen bzw. sie auf den Weihnachtswunschzettel zu schreiben. Die Art, wie die Bücher in den Unterricht eingebracht werden, unterscheidet sich von Fach zu Fach und auch von Klasse zu Klasse.

Auch wichtig: Die Listen sind nur Vorschläge! Die Lehrkräfte können den Schülern weitere Vorschläge unterbreiten und auch von Schülern vorgeschlagene, geeignete Bücher zulassen. Das gilt insbesondere für die Fächer Geschichte, Religion / Ethik, Musik und Kunst.

Die Vorstellung der Bücher in den Klassen führt oft dazu, dass die Kinder untereinander Bücher austauschen oder sie sich sogar selbst wünschen, da ihnen durch einen Mitschüler ein neues Buch „schmackhaft“ gemacht worden ist.

Auf den ersten Blick wirkt dies alles sicher recht anstrengend, jedoch gibt es viele Möglichkeiten, die einzelnen Bücher in den Unterricht zu holen und motivierend einzubringen.

Ein paar Ideen:

  • Lesekiste (Book in a Box): Die Schüler gestalten eine Kiste zu ihrem Buch und füllen diese mit Gegenständen, die sie mit dem Inhalt des Buches in Verbindung bringen. Sie stellen diese vor der Klasse vor.
  • Lesetagebuch: Dort tragen die Schüler nach vorgegebenen Aufgaben Eindrücke der jeweiligen Leseeinheit bis zu einem festgesetzten Termin ein (weitere ähnliche Vorschläge sind die Gestaltung eines Portfolios usw.).
  • Anschlusskommunikation: In einer Stunde erzählen die Schüler jeweils ihre Lieblingsszene oder ihr Lieblingsfaktum aus dem Buch.Die Schüler erzählen, was sie aus dem Buch Neues erfahren haben. Die Schüler tauschen sich über ihre Lektüreerfahrungen aus und gestalten Poster, Standbilder, kleine Spielszenen…
  • „Talkshow“ in der die verschiedenen Bücher vorgestellt und kritisiert werden
  • Lesezirkel: 4-5 Schüler unterhalten sich jeweils über ihre Bücher
  • Referat: Referate sind einzeln oder in Gruppen möglich.
  • Schreiben einer Zusammenfassung / eines Exzerpts
  • Sonstiges: Schreiben eines Gedichts / Lieds zu dem Buch, Gestalten eines Bildes / Tanzes zu dem Buch, Schreiben einer Rezension, gemeinsames Lesen im Rahmen einer Lesenacht, …


Wichtig: Die Hauptsache ist, dass die Schüler ihre Bücher lesen. Die Benotung steht dabei nicht im Vordergrund, denn es können auch Projekte ohne Benotung durchgeführt werden. Der Fokus liegt auf der Förderung der Lesekompetenz und der Vermittlung, dass es Spaß machen kann, sich mit einem Buch näher auseinanderzusetzen.



Viel Spaß mit „Mehr lesen, mehr verstehen”!  

Christine Klimzeck